Die 4 Majors im Golf: Geschichte, Tradition und der Grand Slam
Dieser Artikel bietet einen historischen Überblick über die vier Majors im Golfsport und erklärt, warum diese Turniere die ultimative Prüfung für jeden Profigolfer sind.
In diesem Artikel
In der Golfwelt werden die vier wichtigsten Turniere des Jahres zusammenfassend Majors genannt. Ein Major zu gewinnen ist der ultimative Maßstab für die Karriere eines Profigolfers. Die aktuelle Zusammensetzung der Majors — drei in den Vereinigten Staaten und eines im Vereinigten Königreich — steht seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts fest.
Im Folgenden ein Überblick über die vier Turniere und ihren einzigartigen historischen Kontext.
Die vier Säulen des Golfsports: die Majors und ihre Geschichte
Die Geschichte der Majors ist eine Entwicklung der Sportart selbst. Ursprünglich bestanden die Majors aus den beiden wichtigsten Turnieren für Profis und den beiden wichtigsten für Amateure (US Amateur und British Amateur). Mit der Professionalisierung der Sportart verschob sich die Definition zu den vier Turnieren, die wir heute kennen.
1. The Masters Tournament
The Masters ist das einzige Major, das jedes Jahr am selben Ort gespielt wird: dem Augusta National Golf Club in Georgia, USA.
- Gegründet: 1934 von der Legende Bobby Jones und Clifford Roberts.
- Historischer Kontext: Das Turnier begann als 'Augusta National Invitation Tournament'. Bobby Jones wollte einen Platz schaffen, der seine Vision von strategischem Golf widerspiegelt, nachdem er seine Amateurkarriere beendet hatte.
- Einzigartiges Merkmal: Der Gewinner erhält die ikonische Green Jacket, eine Tradition, die 1949 begann (mit Sam Snead als erstem Empfänger). Der Platz ist bekannt für den makellosen Zustand der Natur und die berüchtigte 'Amen Corner' (Löcher 11, 12 und 13).
2. The PGA Championship
Dieses Turnier wird von der Professional Golfers' Association of America veranstaltet und ist speziell für die 'Profis' bestimmt, die in der Sportart tätig sind.
- Gegründet: 1916.
- Historischer Kontext: Das Turnier begann ursprünglich als Match Play-Veranstaltung (Mann-gegen-Mann-K.O.-System). Erst 1958 wechselte man zur heutigen Stroke Play-Form (Gesamtzahl der Schläge über vier Runden), teils unter Druck der Fernsehsender, die die besten Spieler bis zum letzten Tag im Turnier halten wollten.
- Einzigartiges Merkmal: Der Sieger erhält die bleischwere Wanamaker Trophy. Ein einzigartiger Aspekt: Jedes Jahr sind 20 Plätze für 'Club Professionals' (Golflehrer) reserviert, was es zu einem Turnier von und für Profis macht.
3. The U.S. Open
Das United States Open Championship wird von der USGA veranstaltet und gilt als härteste körperliche und mentale Prüfung des Jahres.
- Gegründet: 1895.
- Historischer Kontext: Was als eintägiges Turnier auf einem 9-Loch-Platz in Rhode Island begann, wuchs zum Aushängeschild des amerikanischen Golfverbands. In den frühen Jahren wurde das Turnier von britischen Einwanderern dominiert, bis der legendäre Francis Ouimet 1913 als Amateur gewann und die Sportart in den USA enorm populär machte.
- Einzigartiges Merkmal: Die Plätze werden extrem schwer präpariert, mit sehr schmalen Fairways und tiefem Rough. Das Ziel der USGA ist häufig, dass der Siegerscore um 'Level Par' liegt.
4. The Open Championship (British Open)
Es ist das älteste und prestigeträchtigste Major der Welt. Es wird einfach 'The Open' genannt, weil es das einzige war, als es gegründet wurde.
- Gegründet: 1860 im Prestwick Golf Club in Schottland.
- Historischer Kontext: Ursprünglich wurde um einen roten Ledergürtel mit silberner Schnalle gespielt. Als Young Tom Morris diesen Gürtel dreimal in Folge gewann und behalten durfte, wurde 1872 die berühmte Claret Jug (silberne Weinkanne) eingeführt.
- Einzigartiges Merkmal: Es wird stets auf einem Linksplatz (an der Küste) gespielt. Dadurch spielen natürliche Elemente wie starker Wind, tiefe Pot-Bunker und launisches Wetter eine größere Rolle als bei den amerikanischen Majors.
Der Grand Slam
Wenn ein Spieler in seiner Karriere alle vier aktuellen Majors gewinnt, spricht man von einem Career Grand Slam. Bisher haben das nur fünf Spieler geschafft: Gene Sarazen, Ben Hogan, Gary Player, Jack Nicklaus und Tiger Woods. Bobby Jones ist der einzige Spieler, der den "originalen" Grand Slam (inklusive der Amateurmeisterschaften) in einem einzigen Kalenderjahr (1930) gewann.