Golf ohne Sportvergangenheit: ein realistischer Aufbau

Golf ist eine der wenigen Sportarten, die man mit fünfzig ohne sportliche Vorgeschichte beginnen kann. Was der Körper wirklich können muss, wie Sie aufbauen und welche Irrtümer im Weg stehen.

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"Ich habe eigentlich nie Sport getrieben" gehört zu den häufigsten Sätzen in der ersten Golfstunde, meist entschuldigend gesagt. Das muss nicht sein, denn Golf ist geradezu die Sportart, in der das kein Hindernis ist: kein Gegner, kein Zeitdruck, kein Körperkontakt und kein Mindestniveau.

Kurz gesagt: Sie brauchen weder Kraft noch Kondition, um anzufangen, wohl aber etwas Beweglichkeit in Hüfte und Rumpf sowie die Fähigkeit, einige Stunden zu gehen. Beides bauen Sie beim Spielen auf, sofern Sie klein anfangen.

Dies sind allgemeine Informationen und kein medizinischer Rat. Bei Beschwerden oder Zweifeln sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Physiotherapeuten.

Was Sie wirklich brauchen

Etwas Rotation in Hüfte und Brustwirbelsäule: Wer im Sitzen den Oberkörper spürbar nach links und rechts drehen kann, hat genug für den Anfang. Stehen und gehen können: Achtzehn Löcher sind acht bis zwölf Kilometer über welliges Gelände, und genau deshalb beginnt man nicht mit achtzehn. Und etwas Balance: ein paar Sekunden auf einem Bein reichen als Grundlage.

Was Sie nicht brauchen: Armkraft (Länge kommt aus Technik und Geschwindigkeit, nicht aus Muskelmasse), Explosivität, Ausdauer oder frühere Sporterfahrung.

Warum fehlende Sportvergangenheit ein Vorteil sein kann

Wer aus Tennis, Hockey oder Baseball kommt, bringt Bewegungsmuster mit, die im Golf stören: zu viel Arm, zu aktives Handgelenk, die Neigung, nach dem Ball zu schlagen statt hindurchzuschwingen. Diese Muster sind hartnäckig. Wer nie Sport getrieben hat, muss nichts verlernen, sondern nur lernen.

Ein realistischer Aufbau

Woche 1 bis 2: Driving Range oder Kurzkurs, halbe Schwünge mit Wedge oder Eisen 7, höchstens zwanzig bis dreißig Bälle pro Einheit mit Pausen. Ziel ist Treffen, nicht Weite.

Woche 3 bis 6: kurzes Spiel üben, Chippen und Putten, und die ersten neun Löcher spielen, gern auf einer Pitch-and-Putt- oder Par-3-Anlage.

Monat 2 bis 3: neun Löcher mit Trolley statt Bag auf dem Rücken; das macht einen erheblichen Unterschied.

Ab Monat 4: Richtung achtzehn Löcher, erst wenn neun sich angenehm anfühlen. Ein Buggy ist ein guter Zwischenschritt und kein Eingeständnis von Schwäche.

Was Sie nebenbei tun können

Gehen, aufbauend auf drei bis vier Kilometer am Stück. Rumpfdrehungen, zwanzig pro Seite, ruhig. Und aus dem Stuhl aufstehen ohne Hände, was genau die Beinkraft trainiert, die ein welliger Platz verlangt.

Vier Irrtümer

"Ich bin zu alt." Viele beginnen mit sechzig und haben zwanzig Jahre Freude daran. "Ich bin nicht fit genug." Sie werden es durch das Spielen. "Alle schauen auf mich." Auf dem Platz ist jeder mit dem eigenen Ball beschäftigt. "Erst in Form kommen, dann anfangen." Das ist die Reihenfolge, mit der Menschen es jahrelang aufschieben; sie ist genau umgekehrt.

Worauf Sie achten

Immer aufwärmen, auch auf der Range. Aufhören, sobald Sie müde werden, denn die meisten Anfängerbeschwerden entstehen in den letzten zwanzig Bällen einer zu langen Einheit. Leichte Schläger mit Graphitschaft und weicher Flex wählen. Und auf Rücken und Handgelenke achten, die beiden Stellen, an denen Anfänger am schnellsten Beschwerden bekommen.

Häufige Fragen

Muss ich erst abnehmen oder fitter werden? Nein. Golf ist eine Sportart geringer Intensität, und das Gehen selbst ist das Training.

Bin ich zu alt, um noch etwas zu lernen? Nein. Bewegungslernen dauert später länger, funktioniert aber, und im Golf zählt Technik mehr als körperliche Leistungsfähigkeit.

Was, wenn ich nach neun Löchern nicht mehr kann? Dann spielen Sie künftig neun. Die zählen ganz normal fürs Handicap.

Bei Zalm Golf begleiten wir regelmäßig Menschen ohne Sportvergangenheit, im eigenen Tempo, mit Leihschlägern und ohne Vereinspflicht.


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