Der richtige Golfgriff: Overlap oder Interlock erklärt
Eine technische Erklärung des Overlap- und Interlock-Griffs und wie diese Techniken dabei helfen, die Hände als eine Einheit arbeiten zu lassen.
In diesem Artikel
Im Golfsport ist der Griff der einzige physische Kontaktpunkt zwischen Spieler und Schläger. Auch wenn der Schwung eine komplexe Bewegung des ganzen Körpers ist, fungieren die Hände als letzter Übersetzer von Geschwindigkeit und Richtung. Ein falscher Griff zwingt die Hände, "gegeneinander zu kämpfen", was zu Spannung, Inkonstanz und Kraftverlust führt. In diesem Artikel analysieren wir die Mechanik der zwei am häufigsten verwendeten Techniken: den Overlap- und den Interlock-Griff.
Die Biomechanik der Einheit
Das grundlegende Ziel eines guten Golfgriffs ist, die beiden Hände als eine einzige Einheit arbeiten zu lassen. Wenn die Hände unabhängig voneinander bewegen, entsteht ein Konflikt in der Steuerung des Schlägerblatts. Die dominante Hand (meist die rechte bei Rechtshändern) neigt dazu, die Bewegung zu übernehmen, was häufig zu einer vorzeitigen Rotation des Schlägers und einem unerwünschten Ballflug (wie Hook oder Pull) führt.
Indem Sie die Hände physisch miteinander verbinden, neutralisieren Sie die Dominanz der einzelnen Hände und lassen die großen Muskelgruppen in Schultern und Rücken die Arbeit machen.
1. Der Vardon- oder Overlap-Griff
Der Overlap-Griff, benannt nach dem legendären Golfer Harry Vardon, ist der am häufigsten verwendete Griff unter Profis.
- Die Technik: Bei diesem Griff ruht der kleine Finger der rechten Hand (für Rechtshänder) in der Kerbe zwischen Zeige- und Mittelfinger der linken Hand.
- Die Wirkung: Diese Position sorgt dafür, dass die rechte Hand etwas weniger Griffkraft ausüben kann, sodass die linke Hand (die ziehende Hand im Schwung) die Kontrolle behält.
- Für wen: Der Overlap ist ideal für Golfer mit größeren Händen oder kräftigen Fingern. Er bietet eine ausgezeichnete Balance zwischen Gefühl und Kontrolle, ohne dass sich die Hände in die Quere kommen.
2. Der Interlock-Griff
Der Interlock-Griff ist durch Größen wie Jack Nicklaus und Tiger Woods weltberühmt geworden.
- Die Technik: Dabei werden der kleine Finger der rechten Hand und der Zeigefinger der linken Hand buchstäblich ineinander verhakt.
- Die Wirkung: Dieser Griff bietet die maximale mechanische Verbindung. Da die Finger ineinandergreifen, ist es physisch nahezu unmöglich, dass sich die Hände unabhängig voneinander bewegen. Das erzeugt ein enormes Stabilitätsgefühl.
- Für wen: Der Interlock ist sehr effektiv für Golfer mit kleineren Händen oder weniger Kraft in den Fingern. Er hilft auch Spielern, die dazu neigen, den Schläger am Ende des Rückschwungs zu "verlieren".
Der Druck: der stille Feind
Unabhängig von der Wahl zwischen Overlap und Interlock ist der Druck, mit dem Sie den Schläger halten, entscheidend. Ein häufiger Fehler ist, den Schläger zu fest zu drücken (der sogenannte 'Death Grip'). Wissenschaftlich gesehen blockiert übermäßige Spannung in den Händen die Handgelenke. Die Handgelenke müssen jedoch frei kippen können, um Geschwindigkeit zu erzeugen.
Stellen Sie sich eine Skala von 1 bis 10 vor, wobei 10 für maximales Drücken steht. Ein idealer Golfgriff hat einen Druck von etwa 3 oder 4. Das ist fest genug, damit der Schläger nicht wegfliegt, aber entspannt genug, um die natürliche Fließbewegung des Schwungs zu garantieren.
Die Position des Daumens und die 'V-Form'
Einen schnellen Griff-Check machen Sie, indem Sie auf die V-Formen schauen, die durch Daumen und Zeigefinger beider Hände entstehen. Bei einem neutralen Griff zeigen diese V-Formen Richtung Ihres rechten Auges oder Ihrer rechten Schulter. Zeigen sie zu weit nach links oder rechts, steht das Schlägerblatt im Treffmoment vermutlich nicht senkrecht zur Ziellinie.
Fazit
Es gibt keinen "besten" Griff, aber es gibt den besten Griff für Ihren individuellen Körperbau und Ihre Schwunggeschwindigkeit. Ob Sie sich für die Freiheit des Overlap oder die rigide Einheit des Interlock entscheiden, das Ziel bleibt dasselbe: den Kampf zwischen linker und rechter Hand eliminieren. Indem Sie die Hände als synchronisiertes Team zusammenarbeiten lassen, legen Sie die Basis für einen Schwung, der von Rhythmus und Rotation getragen wird statt von manuellen Korrekturen.